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Archiveintrag

09.11.09 19:30 Filmvorführung, Konzert, Veranstaltung allg.

„Märkische Heide, Märkischer Sand“

Das Jahr 1989 - und der Fall des eisernen Vorhangs in Mittel- und Osteuropa.

Die Ereignisse um den 09. November 1989 in Zehdenick und deren Protagonisten.

Volker Koepp

Stefan Körbel

Die Ereignisse um den 09. November 1989 in Zehdenick und deren Protagonisten.     Film & Diskussion, Musik

Film „Märkische Heide, Märkischer Sand“ von Volker Koepp
Revolutionslieder erklingen am Abend von Stefan Körbel (g, voc)

Eingeladen zum Gespräch sind u.a.:

Volker Koepp (Reg. der „Märkischen Trilogie“)
Burghard Voigt (Bürgerbewegung Zehdenick)
Stefan Körbel (Musiker)
weitere Protagonisten aus Zehdenick
Bitte beachte Sie die Tagespresse und Poster.

Im ersten Teil seiner „Märkischen Trilogie“ hatte sich Volker Koepp 1988 der Märkischen Kleinstadt Zehdenick und ihrer hundertjährigen Ziegelei-Tradition zugewandt. Als Koepp und Plenert sich im Herbst 1989 erneut zu Dreharbeiten nach Zehdenick begeben, ahnen sie nicht, dass sie den Zusammenbruch der DDR aus dem märkischen Blickwinkel heraus filmen werden. Über mehrere Jahre reist er durch den Ostteil Deutschland, beobachtet Menschen aus dem Havelland, dem Oderbruch, von der Ostsee, aus dem Erzgebirge. Dabei sind Volker Koepps Beobachtung frei von ideologischen Prämissen; er fragt sensibel nach Situationen, Geschichte, nach Heimat. Egal in welchen Regionen und Gebieten der Regisseur Geschichte und Geschichten erkundet, immer lässt er den Menschen genügend Platz für ihre Erzählungen, setzt sie poetisch in eins mit der sie umgebenden Landschaft. Volker Koepp wird am 22. Juni 1944 in Stettin (heute Szczecin, Polen) geboren. Sein Vater ist Akademiker. Er absolviert seine Schulausbildung in Berlin, schließt sie 1962 in Dresden mit dem Abitur ab. Danach beginnt er eine Facharbeiterlehre als Maschinenschlosser in der Turbinenfabrik Dresden. Von 1963 bis 1965 studiert er an der Technischen Universität Dresden. Aber er entscheidet sich um und absolviert von 1966 bis 1969 ein Sonderstudium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst Potsdam-Babelsberg. Volker Koepp gilt als einer der wichtigsten Deutschen Dokumentarfilmer und ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin.

Stefan Körbel ist ein anerkanntes Multitalent innerhalb der deutschen Kleinkunstszene. Die Turbulenzen um 68 fielen genau mit seiner Pubertät zusammen - da blieben ausgeprägte politische Interessen sowie die Neigung zur Holzgitarre zurück. 1976 gründete er KARLS ENKEL, die in den 80er Jahren Kultstatus erlangten, ebenso die 1986er Schöpfung "Bolschewistische Kurkapelle Schwarz/Rot". Er tourt in den 80ern mit Gina Pietsch und im Trio mit Tina Tandler/Lexa Thomas und in den 90ern mit Bettina Wegner. Vor allem aber als Solist: gewinnt er 1987 den Hauptpreis der DDR-Chansontage - der ihm aber aus politischen Vorbehalten dann doch nicht verliehen wird (sondern - dem Freund Gundermann!). Er gründet 1990 - noch in der DDR! - ein eigenes Plattenlabel: NEBELHORN (ca. 40 CD- Veröffentlichungen, fünfmal "Preis der Deutschen Schallplattenkritik").
Ab 1999 betreibt er den "Club Voltaire" in Berlin, Versuch einer multifunktionalen Kunstkneipe. Körbel spielt Gitarre, Geige, Mandoline, Saxophon. Zeugnis seiner gewachsenen stimmlichen Ausdrucksstärke ist das Programm "Tengo Tango" - Tangos aus aller Welt (mit Valeri Koryshman, Akkordeon).

Volker Koepp
Märkische Heide, märkischer Sand
Märkische Trilogie, Teil 2
Kamera Thomas Plenert, DEFA-Studio für Dokumentarfilme, DDR 1990, 55 Minuten

Eine Veranstaltung in freundlicher Zusammenarbeit mit der Stadt Zehdenick.