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18.11.09 19:30 Filmvorführung

Der Mann aus Marmor

In seinem Meisterwerk »Der Mann aus Marmor« setzt sich der polnische Regisseur Andrzej Wajda zum ersten Mal direkt mit der jüngeren Geschichte seines Landes auseinander.

Das Jahr 1989 - und der Fall des eisernen Vorhangs in Mittel- und Osteuropa.

Der Mann aus Marmor / CZLOWIEK Z MARMURU

In seinem Meisterwerk »Der Mann aus Marmor« setzt sich der polnische Regisseur Andrzej Wajda zum ersten Mal direkt mit der jüngeren Geschichte seines Landes auseinander. Sein Film führt die Mechanismen des stalinistischen Apparates vor und zeigt, wie das Erbe dieser Zeit noch die polnische Gegenwart prägt.

Die Filmstudentin Agnieszka (Krystyna Janda) stößt bei der Recherche für einen Film auf die ausgemusterte Statue des Maurers Birkut, der berühmt wurde, weil er 30 000 Ziegel in einer Schicht vermauert haben soll. Nach und nach setzt sich anhand von Rückblenden und einmontiertem Dokumentarmaterial das Porträt eines Menschen zusammen, der in der Stalin-Ära zum »Helden« aufgebaut und dann fallen gelassen wurde. Der zunächst geplante Schluss legte nahe, dass Birkut 1970 während des Arbeiteraufstandes in Gdansk ums Leben kam. Auf Weisung der Zensurbehörde endet der Film jedoch offen. In seiner Fortsetzung, »Der Mann aus Eisen« (1981), der die Ereignisse um die polnische Gewerkschaft »Solidarität« im August 1980 beschreibt, greift Wajda das Schicksal Birkuts wieder auf.

Regie: Andrzej Wajda
Drehbuch: Aleksander Scibor-Rylski
Kamera: Edward Klosiñski
Schauspieler: Jerzy Radziwilowicz, Krystyna Janda, Tadeusz Lomnicki
Polen, 1977

In freundlicher Zusammenarbeit mit dem POLNISCHEN INSTITUT BERLIN. Wir danken besonders Frau Katarzyna Sokolowska und Herrn Kornel Miglus für die kreative Kooperation.                             www.polnischekultur.de