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12.12.09 19:30 Konzert

COSMO

singt den späten Jacques Brel

Cosmo - Boxer aus dem Proletariat des real existierenden Sozialismus, geboren 1963 im geteilten Berlin, in der ehemaligen DDR. Verraten an die Staatssicherheit, politisiert und kriminalisiert von einem Regime, das seine Untertanen zu Lügnern, Verrätern, Schweigenden und Verängstigten machte. Dass Cosmo sich von nichts und niemandem vereinahmen lässt, bezahlt er mit seiner Verurteilung zu 8 Jahren Zuchthaus. Cosmo beugt sich nicht, auch nicht in Bautzen, und er ist kein Namhafter, der mit prominentem Protest oder dem Spiel, bezahlter Winkeladvokaten rechnen konnte, noch mit einer glaubwürdigen Rehabilitation im Westen, wo er nach dem Mauerfall strandet. Mit seiner Stimme und seiner Gitarre taucht er in Hamburg und Berlin auf, tobt durch das Nachtleben der neuen Welt und droht auch dort ein Ausgestossener zwischen allen Stühlen zu werden. Es ist wohl seiner ungebrochenen Treue zu Brel zu verdanken, dass - nach Jahren getäuschten Lebens - Cosmo seinen Weg als Sänger findet, überzeugt von der Kraft und Aufrichtigkeit Brelscher Chansons.

Cosmo, Sänger und Autodidakt, wird von zwei ukrainischen Musikern, Natalya Yatskevych und Oleksiy Kulykovsky, beide diplomierte Klassiker, begleitet.

 

Wer genau hinhört, wird in dieser Neueinspielung der späten Chansons von Jacques Brel ein Trio lieben lernen, das in reduzierter Instrumentierung - Piano, Akkordeon, Gesang und Gitarre - eine innige, genaue, unsentimentale Interpretation offenbart, schnörkellos und mit dem sicheren Gefühl für den Kern Brel`scher Dramatik. Aktuelle CD Kritik...

 

Cosmo (voc)
Natalya Yatskevych (p)
Oleksiy Kulykovsky (acc)

Eintritt: Vorverkauf  8,00 €   /  Tageskasse 10,00 €  /  Schüler 6,00 €