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Archiveintrag

18.02.10 19:30 Filmvorführung, Veranstaltung allg.

Er tanzte das Leben Sylvin Rubenstein

ACHTUNG die Veranstaltung wurde auf den 18. Feb. 2010 VERSCHOBEN

Veranstaltung zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in Deutschland!

FILM & Gespräch

Der Autor über den Film

Ein Major der Wehrmacht, der aus einer Theatergruppe unter seinen Kameraden einen Widerstandskreis aufbaute, der jüdische Kinder bei Nonnen versteckte und mit Partisanen gegen die Nationalsozialisten arbeitete. Fallschirmagenten, Sender, Attentate - das war Kino, was mir der alte Mann da erzählte. Ich konnte es nicht glauben.   

Das war vor fünf Jahren, als ich etwas über die Legenden von Kiez schreiben wollte, und mein alter Freund Fritz Hansen, der viele von den Alten aus seiner Arztpraxis kannte, sagte: "Komm mit zu Dolores."

Da saß ich in der Küche dieses Tänzers, der in seinen Erzählungen Atemlosigkeit entstehen läßt und Trauer, unter der er selbst zusammenbricht. Der den Glanz des Berliner Varietés zurückbeschwört, und die Qualen des Warschauer Gettos. Szenen, die einander überdecken, unauslöschliche Bilder, die ihn quälen, nicht schlafen lassen und jede Chronologie zerreißen. Nur langsam wurde aus dem Zuhören auch Verstehen.

Pressestimmen
Der Film - Kommentare
"Ein faszinierendes Portrait"
Frankfurter Allgemeine Zeitung
" Abenteuer eines Artisten und antifaschistischen Agenten - Man muss diesen Film sehen; er zeigt, wie viel Geschichte in ein Menschenleben passt, wenn es wirklich gelebt wird." 

Der Autor Lebenslauf

Kuno Kruse gründete 1977 nach einer Hospitanz bei der französischen Zeitung "Liberation" zusammen mit vielen anderen die Tageszeitung "taz" und war dort von 1979 bis 1988 Redakteur. Er wechselte zur Wochenzeitung "Die Zeit" und war dort neun Jahre Redakteur im Ressort Dossier. Danach arbeitete er beim "Spiegel".

Im Jahr 2000 schrieb er die Biografie des Tänzers Sylvin Rubinstein, "Dolores und Imperio". Er verfasste ein Drehbuch für einen Spielfilm mit den Arbeitstiteln "Die Beine von Dolores" und "The Dancer and the Major".

Zusammen mit dem Kameramann Marian Czura drehte er den Dokumentarfilm "Er tanzte das Leben". Kuno Kruse ist jetzt Reporter beim "stern".

Für seine journalistische Arbeit wurde Kuno Kruse mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis, dem Theodor-Wolf-Preis und den Klagenfurter Joseph-Roth-Preis ausgezeichnet.

"Ein faszinierendes Portrait" Frankfurter Allgemeine Zeitung

" Abenteuer eines Artisten und antifaschistischen Agenten - Man muss diesen Film sehen; er zeigt, wie viel Geschichte in ein Menschenleben passt, wenn es wirklich gelebt wird." 

Der Dokumentarfilm "Er tanzte das Leben" porträtiert den jüdischen Tänzer Sylvin Rubinstein, der als Dolores zu einem Flamencostar der fünfziger Jahre wurde. Ein Jude, der als Frau tanzte, weil seine Schwester, von den Nazis ermordet wurde.

Film

Regie: Marian Czura   Kuno Kruse
Buch: Kuno Kruse/ Musik: Jacek Piskorz   Marian Majercyk
Kamera: Marian Czura/ Darsteller: Sylvin Rubinstein

Diskussionsgäste: Sylvin Rubinstein (wenn es die Gesundheit zu lässt),
Marian Czura & Kuno Kruse (Regie/Autor)

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk Potsdam der Konrad-Adenauer-Stiftung.