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Archiveintrag

09.07.10 19:00 Ausstellung

Ausstellung Laurent Sébés aus Paris/Frankreich

Skulpturen,Zeichnungen,Objekte...

"Maria-Magdalena“, 2008, Höhe: 190 cm

Laurent Sébès wurde 1959 in Paris geboren und arbeitet dort als Bildhauer. Zu Beginn seiner Karriere entwickelte er eher abstrakte Skulpturen in größeren Formaten, aus Papier und Gips, später auch aus Aluminium, bis er zur Keramik wechselte. Die Technik bereicherte Sébés dann noch mit Epoxidharz.

(„Ein Epoxidharz besteht aus Polymeren (Polyether), die je nach Reaktionsführung unter Zugabe geeigneter Härter einen duroplastischen Kunststoff von hoher Festigkeit und chemischer Beständigkeit ergeben. Werden Epoxidharz und Härter gemischt, erfolgt je nach Zusammensetzung und Temperatur üblicherweise innerhalb von wenigen Minuten bis einigen Stunden die Aushärtung des ursprünglich viskosen Gemisches. In einzelnen Fällen beträgt die Aushärtungszeit auch mehrere Monate.“) 

Bunt waren seine ersten Kunstwerke, bunt sind sie immer geblieben. Mitte der neunziger Jahre kamen hier und da Gesichter und Körper in seinen Werken vor. Ab dann verfolgte Laurent Sébès entschlossen ein gegenständliches Vorhaben. In Zehdenick werden Kunstwerke aus dem neuen Jahrhundert ausgestellt, die sich in figürliche Zyklen einfügen. Laurent Sébès arbeitete zwischen 2000 und 2003 an einer Passion Christi, die aus 14 Skulpturen besteht. Jahre später ergänzte er diese Reihe mit einem Taufstein aus Aluminium, Keramik und Epoxid. Diese Kunstwerke können leider nicht nach Zehdenick transportiert werden, denn sie schmücken jetzt eine gotische Abtei in der Champagne (Abtei). Diese Arbeiten um Die Passion Christi werden in einem Film „Ecce Corpo“ während der Ausstellung gezeigt (Termin: 25.08.2010/ 19:30 Uhr in der Klosterscheune Zehdenick). Zeichnungen von Pfosten und Stacheldraht auf dem Land, die anschließend realisiert worden sind, weisen ebenfalls auf diese Ikonografie des Leidens Christi hin. Dieser Zyklus von Skulpturen mit religiösen Themen wird letztendlich durch Maria-Magdalena vertreten (siehe Bild). 

Diese mehrmals in seinem Werk bearbeitete, zweideutige Figur begleitet den leichteren, sinnlicheren Kurs, den der Künstler einschlug, als er sich dem Thema des Tanzes zuwandte. Etliche Vasen aus Keramik bezeugen diesen fröhlichen Mut, der sich auch in Skulpturen der Quelle (Auftrag des städtischen Museums von Volvic, Frankreich, 2006) ausdrückte. Nach der Zeit der Allegorien kam die Zeit der Fabeln und Mythen. Das Museum Jean de la Fontaine (Château-Thierry, Frankreich) beauftragte Laurent Sébès damit, eine Reihe von selbst ausgesuchten Fabeln des französischen, einheimischen Moralisten (1621-1695) zu illustrieren. Zwei dieser Fabeln werden in Zehdenick gezeigt. Diese Arbeit um den Text wird in Bezug auf „Die Metamorphosen“ von Ovid fortgeführt. Die Metamorphosen werden in Zehdenick zum ersten Mal ausgestellt. Das räumliche Prinzip der Bildhauerei wird in der Ausstellung von Grund auf erneuert: Jedes Werk besteht aus zwei Stücken, die entgegengesetzt werden. Der eine Teil ist eine mehrfarbige Figur, der andere eine auf Papiertafeln vergrößerte, schwarz-weiße Zeichnung einer Landschaft (Diana und Akteon). 

www.sebes-sculpture.com

Rede :   Arno Dahlenburg / Bürgermeister der Stadt Zehdenick
Musik:   Rita Martins (voc) & Elias Meister (g)
             aus Lissabon / New York