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Archiveintrag

25.09.11 16:00 Ausstellung

Rolf Händler / Werkschau

25. 09. BIS 20. 11. 2011

Malerei und Grafik

Rolf Händler "Vorspiel " 2006

Rolf Händler - In den letzten Jahren hat es den seit über vierzig Jahren in Berlin tätigen Maler und Grafiker Rolf Händler immer wieder in das Märkische hinaus getrieben, denn seine Vorliebe gilt der Landschaft – neben dem Stillleben und dem Portrait. So zeichnete und malte er auf den schwankenden Planken eines Havel-Kahns oder postierte seine Staffelei mitten in die Weite des Luchs. Hoher Himmel, weite Sichten, Baumgruppen und –reihen und das bei stets wandelndem Licht – das reizt den Augenmenschen, mit seinen Mitteln hinter die Geheimnisse der eigentümlichen und manchmal auch spröden Schönheit des Landes zwischen Elbe, Havel und Rhin zu gelangen. Vom heimischen Karow aus ist es nicht weit ins Havelland. Schon oft konnten in aller Hergottsfrühe Fuchs und Storch dem Maler beim Skizzieren und Malen zuschauen. Die Skizze oder der erste Entwurf in Öl erfährt dann im Atelier so manche Metamorphose; der Künstler ruht nicht, bis er den Ausdruck findet, mit dem ihn die Natur beim ersten Blick gefangen genommen hatte. Bei weitem bleibt er beim Abbild nicht stehen, er verdichtet und strafft, er organisiert mit Farbe den Bildaufbau, so dass sich das Bild dem Momentanen, dem Zufall entzieht und Allgemeingültiges über das Geschaute und Erlebte als auch über die Sicht- und Erlebenswelt des Künstlers transparent macht. Händlers Landschaftsbilder sind eine Hommage an die Weite, Großzügigkeit und Vielfalt der märkischen Natur.

Seit Beginn seiner Malerlaufbahn, bereits als Student an der Berliner Kunsthochschule, fesselte ihn das menschliche Antlitz, egal ob von Freunden oder völlig fremden Menschen. Das Einzelportrait steht neben dem Gruppenbild. Doch ist der oder die Dargestellte nie allein – Puppen, Katzen, Vögel und häusliche Gerätschaften begleiten stilllebenhaft das Antlitz, definieren es und verweisen auf eine weitere Deutungsebene. Die Personen werden durch große Augen, verstörte Blicke charakterisiert. Angst, Sorge, Besinnung, stille Freude, Nachdenklichkeit und In-sich-versenkt-Sein spiegeln sich; vertraut und nah wirken die Menschengesichter, sie erheischen Aufmerksamkeit und Teilnahme. Wie das Portrait so ist das Stillleben ein Produkt einsamer, ruhiger Stunden im Atelier. Das vermeintlich stille Leben, demonstriert mit oft wenigen Gegenständen aus der unmittelbaren Lebenswelt des Künstlers, erweist sich schnell beim Betrachten als ein rätselhaftes, deutungsvolles Universum - darin fühlt sich der Künstler eins mit den ehrwürdigen Traditionen der holländischen Malerei des Goldenen Zeitalters. Wohl kein Betrachter wird sich der koloristischen Rafinesse, der Feinheit der changierenden Töne einer meist reduzierten Farbpalette entziehen können. Auch ein scheinbar belangloser Gegenstand, geformt durch vibrierende, stufenreiche Töne größter Sensibilität, wird zum eindringlichen Gleichnis für Beständigkeit und Vergänglichkeit in einem. Günter Rieger

 

Eröffnung: Sonntag, 25. Sept. 2011 / 16:00 Uhr

Rede : Günter Rieger /  Musik:   N.N.

Bitte beachten Sie die Tagespresse, Poster und Einladungen zur Ausstellung. Vielen Dank.