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Archiveintrag

14.08.08 19:30 Filmvorführung

"Der Traum" Film & Diskussion

Dänemark, Ende der 60er Jahre: Das Leben von Frits verändert sich für immer, als er eine verkratzte Schallplatte mit Martin Luther Kings Rede "I have a dream" anhört.

Niels Arden Oplev verbindet in seinem Film das Private mit dem Politischen, die Veränderungen im Leben von Frits mit den großen gesellschaftlichen Umwälzungen in den späten 1960er-Jahren. Während eine Welle des sozialpolitischen Widerstandes, des kulturpolitischen Protests und der Suche nach neuen Lebensentwürfen, weltweit vor allem die Jugendkultur beeinflusst und traditionelle Normen immer brüchiger werden, bleibt Frits’ Lebensumfeld davon zunächst unberührt.

Vor allem in der Schule herrschen unter dem unnachgiebigen Regiment des konservativen Rektors noch immer die "alten Sitten". Lindum-Svendsen duldet keinen Widerspruch und bestraft Regelverstöße unverzüglich mit schwerer körperlicher Züchtigung. Ausgerechnet dieser tyrannische Schulleiter wird nach den Sommerferien Frits’ Klassenlehrer. Zum Erschrecken des Jungen legen seine Mitschüler und Mitschülerinnen sogar eine voyeuristische Schadenfreude angesichts der harschen Sanktionen an den Tag: Heimlich sehen die neugierigen Kinder den Bestrafungen zu. Eines Tages wird Frits durch einen böswilligen Streich der Klassengemeinschaft selbst zum Opfer von Lindum-Svendsens Brutalität. Der Schulleiter, dem er mit seinen etwas längeren, zerzausten Haaren und seinem Widerspruchsgeist ohnehin ein Dorn im Auge ist, prügelt maßlos auf ihn ein und reißt ihm dabei beinahe ein Ohr ab. Empört beschließen Frits’ Eltern, unterstützt von dem idealistischen Musiklehrer Freddie Svale, ein Disziplin-arverfahren gegen den Rektor in die Wege zu leiten. Doch die Machtposition von Lindum-Svendsen ist zu stark, als dass sich die Forderung nach gewaltfreier Erziehung und demokratischen Strukturen durchsetzen ließe. Unmiss-verständlich weist er seine Gegner/innen in die Schranken.

 

Ich danke Torsten Drux/ Magdeburg für den Film – Tipp.

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