Anfahrt

Archiveintrag

09.11.08 15:00 Ausstellung

Amélie Losier „Quand la ville dort"

Fotografie, Installationen...

VITA AMELIE LOSIER: 1976 Geboren in Versailles, Frank-reich / 1994 - 1999 Magisterstudium der Germanistik, Paris und Berlin / 1998-2001 Zeichenunterricht an der Ecole des Beaux Arts, Paris / 2001-2005 Fotografiestudium an der Schule „Fotografie am Schiffbauerdamm“ bei Prof. Arno Fi-scher, Berlin / Seit 2001 Freiberufliche Fotografin in Berlin
2004 Stipendiatin der 7. Internationalen Sommerakademie der Künste, Rüdersdorf / 2005 Stipendiatin der Akademie der Künste, Abteilung Film- und Medienkunst, Berlin Offene Werkstatt, Work in Progress, Junge Akademie der Künste, Berlin / Seit 2004 Leiterin mehrerer Fotoworkshops mit Kindern und Jungendlichen in Berlin und Brandenburg, Akademie der Künste Berlin.

Verschiedene Gruppen und Einzelausstellungen.

QUAND LA VILLE DORT. INVISIBLE PEOPLE. DIE NACHTARBEITER.

Eines Nachts um 4 Uhr sehnte ich mich nach nichts mehr als nach meinem Bett. Die Straßen waren dunkel, ruhig, weich und ich hörte auf einmal ein klopfendes Geräusch hinter mir. Ich drehte mich um und sah eine Frau, die dabei war, Zeitungen auszuladen, und rätselte, wie es sich wohl anfühlen möge, bei völliger Dunkelheit in der nächtlichen Atmosphäre einer Stadt seine Arbeit zu verrichten. Ich verspürte den Wunsch, mehr über diese Frau zu erfahren.
Fast unsichtbar verrichten Nachtarbeiter ihren Job in der Stille der Nacht. Sie arbeiten als Rettungskräfte, Reinigungs-, Entsorgungs-, Bau- und Sanierungskräfte, Bahnmitarbeiter... 48% der arbeitenden Bevölkerung Deutsch-lands verdienen ihren Lebensunterhalt in der Nacht.
Diese fleißigen Menschen werden oft gar nicht wahrge-nommen, ihre Arbeit bleibt meistens anonym in der Großstadt. Was sind das für Menschen, die Nacht für Nacht, gegen den natürlichen Körperrhythmus, oftmals schwere körperliche Arbeit verrichten? Unter welchen Bedingungen ar-beiten diese Menschen?
Diese und andere Fragen möchte ich mit einer fotografischen Dokumentation mittels Reportage und Portraits versuchen zu beantworten. Ich möchte von den schwierigen oder gar skurrilen Bedingungen der Nachtarbeit erzählen. Die Menschen der Nacht sollen mit dieser Arbeit gewürdigt werden, Menschen, die im Trubel des Tages oftmals vergessen werden. Amélie Losier, 2008


Sonntag, 09. November 2008 / 15:00 – 20:00 Uhr

Ausstellungseröffnung und
TAG DER AKADEMIE DER KÜNSTE
in der Klosterscheune Zehdenick

mit u.a. Barbara Klemm, Ingo Schulze, ...


Barbara Klemm, 1939 in Münster/Westfalen geboren, schloss 1958 eine Fotografenlehre in Karlsruhe ab und arbeitete seit 1959 bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, zunächst im Fotolabor, dann als freie Fotojournalisten. Von 1970 bis 2004 war sie bei der FAZ Fotografin für die Politikredaktion und das Feuilleton und bereiste in deren Auftrag viele Länder. Ihre Porträts von Joseph Beuys, Emil Schumacher, Simone de Beauvoir, Ingeborg Bachmann, Peter Handke, Strauß, Hans Werner Henze, Willy Brandt, Leonid Breschnew, Helmut Schmidt, Tom Waits, Mick Jagger u. a. sowie ihre sozialkritischen Fotoreportagen fanden international viel Beachtung. Ausstellungen u. a. in Berlin, Köln, Frankfurt a. M., Düsseldorf, Bonn, Russland und Brasilien. Für ihr fotografisches Werk erhielt sie viele Preise, u.a. den Hessischen Kulturpreis. Barbara Klemm lebt in Frankfurt am Main, ist Honorarprofessorin an der Fachhochschule Darmstadt und Mitglied der Akademie der Künste.    

                                                                               
Barbara Klemm führt in die Ausstellung der Fotografien von Amélie Losier ein.  

             
Auf Vorschlag von Barbara Klemm wurde Amélie Losier Stipendiatin der Akademie der Künste.


Ingo Schulze, 1962 in Dresden geboren, studierte Klassische Philologie und Germanistik in Jena, arbeitete am Landestheater Altenburg und beim „Altenburger Wochenblatt“. 1993 hielt er sich für mehrere Monate in St. Petersburg auf und gründete dort das Anzeigeblatt „Priwet Peterburg“. Ingo Schulze lebt als freier Schriftsteller in Berlin und ist Mitglied der Akademie der Künste. Für seine Kurzgeschichten, Er-zählungen und Romane, u. a. „33 Augenblicke des Glücks“ (1995), „Simple Storys“ (1998), „Neue Leben“ (2005), „Handy – Dreizehn Geschichten in alter Manier“ (2007), wurde er mit vielen Literaturpreisen geehrt.  Zuletzt erschien der Roman „Adam und Evelyn“.
Ingo Schulze liest aus seinem Erzählungsband „Handy“.
Seine Alltagserzählungen mit bizarren und absurden Situationen überraschen immer wieder neu. So gerät das Ende der Silvesternacht 1999 für Frank Reichert und seine verlorene große Liebe Julia zu Verwirrspielen und einem Neubeginn, mit dem keiner gerechnet hat. Zwischen Abschied und Aufbruch taumeln fast alle Figuren in Schulzes Erzählungen. Ob im Friseurladen in Manhattan, in einer Datscha im Berliner Umland – stets umgibt eine Atmosphäre diffuser Bedrohung die Protagonisten in ihren selbstgeschaffenen Fluchtorten, wo sie versuchen, sich gegen eine ständig beschleunigende Welt zu behaupten. Für seinen Erzählungsband „Handy“ wurde Ingo Schulze mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2007 ausgezeichnet.

 
In freundlicher Zusammenarbeit mit der AKADEMIE DER KÜNSTE . Wir danken besonders Frau Dr. Marion Neumann, Frau Dr. Renate Schubert, Frau Inge Zimmermann und Frau Miriam Papastefanou für die kreative Kooperation.


Eintritt frei! Eintritt frei! Eintritt frei! Eintritt frei! Eintritt frei!