Anfahrt

Archiveintrag

14.12.08 16:00 Veranstaltung allg.

"Die Kunst, einen Sultan zu zähmen"

Eine schauspielerische Verführung in

Tausend und eine Nacht

Eine knisternd dichte Atmosphäre erwartet den Zuschauer, wenn Scheherezade „Die Geschichte von Kamarassaman” erzählt, eine Geschichte von Liebe und Streit, von verlokkender Schönheit und dem Drang nach Freiheit. Voller Erzähllust läßt sie Prinz und Prinzessin, Sultan und Wesir lebendig werden. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei Dschinnen, Geisterwesen mit dämonischen Kräften und menschlichen Sehnsüchten.
Scheherezade schlüpft in alle Figuren: mal mit jugendlicher Leidenschaft, mal gefährlich, dann wieder sinnlich oder drollig. Spannung ist garantiert, denn sie erzählt ja um ihr Leben. Ganz im Sinne der orientalischen Erzähltradition bleiben die Fragen am Ende offen- und die Geschichte ist am Schluß der Beginn neuer Möglichkeiten, Konflikte und Hoff-nungen.
 
Die Rahmengeschichte von Tausendundeine Nacht: König Schahriyar hegte den Verdacht der Untreue gegen seine Frau. Daraufhin täuschte er einen Aufbruch zur Jagd vor und wurde tatsächlich Zeuge, wie seine Gemahlin ihn daheim mit einem schwarzen Sklaven betrog. Er ließ beide töten und legte vor sich selbst ein Gelöbnis ab: Er werde in Zukunft nur noch für eine einzige Nacht heiraten und seine Ehefrau am nächsten Morgen töten, um vor ihrer Bosheit und Arglist sicher zu sein. Von nun an nahm sich Schahriyar Nacht für Nacht ein neues Mädchen und ließ sie am frühen Morgen von seinem Wesir töten. Bald gab es kaum noch Mädchen im Land, Väter und Mütter weinten und verfluchten den König. Scheherezade, die älteste Tochter des Wesirs, hatte viele Werke der Literatur und Medizin sowie Schriften der Weisheit gelesen. Sie überredete ihren Vater, sie mit dem König zu verheiraten. Ihr Plan war es, dem König so kunstvolle und spannende Geschichten zu erzählen, dass er immer wieder nach einer Fortsetzung verlangte. Ohne ihn diese Absicht merken zu lassen, wollte sie ihn von seinem Hass befreien. Für dieses Vorhaben waren ihr alle Mittel recht, denn schließlich hing ihr Leben davon ab.

Vor und nach der Aufführung werden orientalische Teesorten und Gebäck gereicht.
                                                                                          

Schauspiel: Susann Kloss

Regie: Katharina Koschny
Produktion: Susann Kloss
Sprecherin: Katharina Koschny
Kostüm: Carola Schulz
Sounddesign: Rudy Redl
Dauer: ca.40 Minuten