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Archiveintrag

18.09.08 19:30 Lesung

Der Traum von der Revolte / Die DDR 1968

Lesung und Gespräch mit dem Autor und Historiker Stefan Wolle.

Am frühen Morgen des 21. August 1968 zerrissen die Radiomeldungen über den Einmarsch der Armeen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei jäh die sommerliche Idylle" schreibt Stefan Wolle in seinem Buch "Der Traum von der Revolte". In welchem Zustand befand sich die DDR-Gesellschaft in dieser unruhigen Zeit?

Die Welt des Jahres 1968 war tief gespalten, der Kalte Krieg beherrschte das Denken und Handeln in der Politik. Die Angst vor einem Heißen Krieg war allgegenwärtig. Welche Wirkungen hatte der Prager Frühling auf sozialistische Utopien? Was bewirkte die Losung  von der "sozialistischen Menschengemeinschaft", die in der DDR 1968 Verfassungsrang erlangte?

Was hieß es, jung zu sein in der DDR des Jahres 1968? Auch über die Mauer hinweg wirkte der Grundton von Aufsässigkeit und Respektlosigkeit jener Zeit. Aus Prag wehte zudem ein sanfter Frühlingshauch. Die Führung der Tschechoslowakei hatte den »Sozialismus mit menschlichem Antlitz« proklamiert, und die Menschen nahmen das Angebot begeistert an. Doch am 21. August starben die Reformhoffnungen unter den sowjetischen Panzerketten. Es kam zu wild aufwallender Empörung bei Jugendlichen, während sich die Älteren eher zurückhielten. Es begann eine Zeit der Stagnation.

Der Autor liefert ein Gesellschaftspanorama, das verständlich macht, wieso es nicht zu einer größeren Revolte kam. Er erklärt, weshalb sich das »unausgelebte« Projekt eines Demokratischen Sozialismus in der DDR länger halten konnte als in den anderen osteuropäischen Ländern. Mit der wissenschaftlichen Präzision des gelernten Historikers liefert er ein beeindruckendes Zeitpanorama.

Eintritt 8,00 € / Ermäßigt 6,00 € / Schüler 3,00 €