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13.06.18 19:30 Filmvorführung

Filmreihe-ZEITSCHNITT 2018

Thema 2018 Kunst und Rebellion

Film „Stein“

Deutschland 1991, 108 Min., Spielfilm
Regisseur: Egon Günther, Kamera: Erich Gusko
Besetzung: Rolf Ludwig, Jörg Foth, Alexander Hetterle, Franziska Herold, Evelyne Dahm, Johanna Möhring…

Musik komponiert von: Johannes Brahms, Henry Purcell, Karl-Ernst Sasse

Drehbuch: Egon Günther, Helga Schütz

Produktionsfirma: DEFA-Studio Babelsberg GmbH (Potsdam-Babelsberg) (Künstlerische Arbeitsgruppe "Roter Kreis"), Tellux-Film GmbH (München)

Produzent: Herbert Ehler 

 

Nach dem Ende der DDR noch unter dem DEFA-Label entstandener Spielfilm, der die Niederschlagung des „Prager Frühlings“ im August 1968 zum Anlass nimmt für eine intensive Studie über Auswirkungen politischer Willkür auf individuelle Lebensläufe. Im Zentrum steht ein einstmals erfolgreicher Schauspieler, der Ende der 80er Jahre resigniert und immer sonderlicher werdend in einer Villa lebt. Sein Domizil wird zum Anziehungspunkt für jugendliche Verweigerer. Kurz-INFO. 

„Der einst berühmte Schauspieler Ernst Stein ist 1968 aus Protest gegen den Einmarsch in die CSSR während einer Aufführung des "König Lear" von der Bühne abgegangen - für immer. Gut zwanzig Jahre hat er in selbstgewählter Isolation in seinem Haus am Stadtrand von Berlin gelebt. Man sagt, er ist ein bisschen irre, und er spielt den Narren, der er zuweilen auch ist. Beschützt und umsorgt wird er hauptsächlich von Kindern und Jugendlichen aus der Nachbarschaft. Der alte Mann liebt Sara, eine Zwanzigjährige. Die gesellschaftliche Unruhe des Jahres 1989 bricht in seine abgeschlossene Welt ein. Tramper Rebellen, Punker, Aussteiger nisten sich bei ihm ein, nehmen, was sie brauchen, verschwinden wieder. Eines Tages verschwindet auch Sara. Auf der Suche nach ihr gerät er in ein Polizeiobjekt, in dem junge Demonstranten schikaniert werden. Nach dem Fall der Mauer ist er allein zurückgeblieben. Seine Todesvisionen zeigen ihn in Rom, die Katakomben hinabsteigen - konfrontiert mit seinem schlechten Gewissen: zwei desertierten Russen, denen er einst die Tür gewiesen hatte.“
(Quelle: Das zweite Leben der Filmstadt Babelsberg. DEFA-Spielfilme 1946-1992)

Rolf Ludwig erhält für seine schauspielerische Leistung im Film „STEIN“ den berühmten Frederico-Fellini Preis 1991 verliehen. 

Eine Veranstaltungsreihe der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur in Kooperation mit dem Filmmuseum Potsdam und der Klosterscheune Zehdenick. 

Kunst und Rebellion

Diesmal vereint die ZEITSCHNITT-Reihe Filme, die widerständiges Verhalten zeigen und/oder die durch ihre Machart selbst eine solche Haltung bezeugen. Ausgangspunkt ist das Jahr 1968, dessen systemübergreifende Eruptionen sich 2018 zum 50. Mal jähren. In der DDR lag dabei eine sehr spezielle Situation vor. Durch das 11. Plenum des Zentralkomitees der SED im Dezember 1965 und die Repressionen gegenüber aufmüpfigen Jugendkulturen war hier bereits drei Jahre vor dem Schlüsseljahr 1968 Friedhofsruhe eingekehrt. Als in Paris der Generalstreik ausgerufen wurde und in der ČSSR der „Prager Frühling“ nie geahnte Hoffnungen auf einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ freisetzte, hatte sich in der DDR schon weitgehende Resignation breit gemacht. Eine ganze Generation war um ihr aufsässiges Potential gebracht worden.

Unter der Überschrift „Kunst und Rebellion“ stellt ZEITSCHNITT 2018 Filme zur Diskussion, die auf die Vorgeschichte und die Folgen des Jahres 1968 verweisen. Die Ereignisse in der DDR werden in europäische und globale Zusammenhänge gebracht.

Alle Film-Veranstaltungen dieser Reihe werden durch den Filmhistoriker Dr. Claus Löser eingeführt. Im Anschluss an die Vorführung gibt es die Möglichkeit zur Diskussion. 

Bisherige Zeitschnitt-Reihen:

2012 „Film als Zeitgeschichte“

2013 „Liebe in der Zeiten der Diktatur“

2014 „Hineingeboren - Erwachsenwerden in der DDR“

2015 „Frauen und Film in der DDR“

2016 „Leben im Widerspruch“

2017 „Das Fremde und wir“

 

Eintrittspreis: telefonische Auskunft

Karten auch erhältlich beim Fremdenverkehrsbüro Telef. 03307 /2877