Mozart Klavierwerke
WOLFGANG AMADEUS MOZART
(1756 – 1791)
DAS KLAVIERWERK
Gesamtaufführung
Programm D
FRÜHE KLAVIERWERKE
Aus dem
LONDONER SKIZZENBUCH
„di Wolfgango Mozart / a Londra / 1764“
Allegro F-Dur KV 15 v
Andante B-Dur KV 15 w
Menuett F-Dur KV 15 m
Allegro F-Dur KV 15 x
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Präludium (Fantasie)
und Fuge C-Dur KV 394
Wien, April 1782
Adagio – Andante – Più Adagio – Primo tempo
Fuga. Andante maestoso
11 Menuette KV 176
Salzburg, Dezember 1773
Sonate D-Dur KV 311
Mannheim, Oktober/November 1777
Allegro con spirito
Andante con espressione
Rondeau.Allegro
Pause
10 Variationen G-Dur KV 455
über die Ariette „Unser dummer Pöbel meint“ aus
dem Singspiel „Die Pilgrime von Mekka“ von
Christoph Willibald Gluck
Wien, 25. August 1784
Sonate C-Dur KV 309
Mannheim, Oktober/November 1777
Allegro con spirito
Andante un poco adagio Rondeau.
Allegretto grazioso In Mozarts Werk nimmt die Klaviermusik eine zentrale Stellung ein; er selbst war ein hervorragender Pianist und hat die meisten Kompositionen für den Eigengebrauch verfasst. In ihr zeigt sich die Vielfalt der Mozartschen Musik am deutlichsten und seine persönliche Entwicklung vom Wunderkind zum populärsten Komponisten der Musikgeschichte. Das Klavier hat Mozart sein ganzes Leben begleitet von seiner ersten Komposition im Alter von 3 ½ Jahren bis zu den Schack-Variationen aus dem Umkreis der „Zauberflöte“ in seinem Todesjahr 1791. Der Spiegel des Lebens im Werk ist in dieser Gattung am reinsten fokussiert. Es gibt vieles Unbekannte und Überraschende zu entdecken: die Werke der Kindheit mit ihren Experimenten, die rasante Entwicklung in den frühen Jahren, die Beschäftigung mit der Barockmusik, die hohe Kunst der Variation und die vollkommene Beherrschung der Form, die individuell und improvisierend überhöht wird: eine Hülle zur Freiheit des schöpferischen Geistes. Anders als Beethoven hat Mozart keine Formen entwickelt und „Musik mathematisch konstruiert“, seine Musik entspring dem Augenblick, der intuitiven Laune. Dies ist gerade in seinen Klavierwerken, die teilweise nach Improvisationen später aufgeschrieben wurden, noch heute deutlich. Die Arrangements zeigen den Praktiker, sich den bestehenden Verhältnissen anzupassen und die Verbreitung seiner Werke zu fördern.
Mozarts erhielt im Alter von acht Jahren sein eigenes Notenbuch. Zuvor waren seine ersten Kompositionsversuche vom Vater in Nannerls Notenbuch eingetragen worden. Die Tatsache, dass Wolfgang nun selbst schreiben konnte, veranlasste den Vater für den Sohn ein eigenes Notenbuch anzulegen, das, einem Tagebuch vergleichbar, einen privaten Bezirk des Knaben darstellte, der vol allen streng respektiert wurde. Dies zeigt auch die Tatsache, dass das Buch keine einzige Note von fremder Hand enthält. Es wurde zur eigentlichen Experimentierwerkstatt des jungen Mozart, umso mehr als die Stücke nicht zur Veröffentlichung bestimmt waren und so zeigt das Notenbuch eine Vielfalt ungewöhnlicher Formen, Harmonien und Wendungen, die die späteren Werke des großen Komponisten mit verstehen helfen. Das heute in Krakow verwahrte „Londoner Notenbuch“ hatte eine sehr ungewöhnliche Geschichte: 1830 erhielt es Felix Mendelssohn-Bartholdy als Geburtstagsgeschenk. Es blieb in Familienbesitz, geriet in Vergessenheit und ging 1908 in Besitz des Deutschen Kaisers über. Im letzten Krieg verschollen ist es heute im Besitz der Biblioteka Jagiellonska in Krakow. Die 4 Stücke des Programms sind in Form einer kleinen Sonate zusammengestellt. Das erste Allegro KV 15 v weist chromatische Akkordrückungen auf, die zu den eigenwilligsten musikalischen Äußerungen des Knaben Mozart gehören.
Präludium und Fuge KV 394 sind Zeugnis von Mozarts Beschäftigung mit dem Werk Bachs und Händels. Die Gluck-Variationen stellen die vollendetste Form der Charaktervariation in der Musik überhaupt dar. Sie sind als Improvisationen für das Konzert vom 23. März 1783 entstanden, bei dem Gluck anwesend war; die endgültige Fassung im eigenhändigen Werkverzeichnis datiert aber erst mit dem 25. August 1784. Die Variationen bestechen neben der formalen „technischen“ Variationstechnik vor allem durch die Variierung Ihres geistigen Inhalts, das Kennzeichen der Charaktervariation im Gegensatz zur reinen „Figuralvariation“, Mozart versteht es hier exemplarisch beide Techniken zu verbinden. Die Menuette sind eine autographe Klavierfassung von ursprünglich 16 Menuetten für Orchester.
Schwerpunkt des Programms sind die beiden 1777 in Mannheim entstandenen Sonaten. Die C-Dur Sonate ist für die Tochter des Komponisten Christian Cannabich geschrieben und über ihre Entstehung sind wir bestens unterrichtet, wohingegen über die D-Dur Sonate kaum etwas bekannt Beide stücke sind effektvolle Klaviermusik und gehören bis heute zu Mozarts meistgespielten Klavierwerken. ist.
Yuko TOMEDA
Yuko Tomeda wurde in Tokio geboren und entstammt einer Musikerfamilie. Den ersten Klavierunterricht erhielt sie bei ihrer Mutter und später bei den Professorinnen Aiko Iguchi und Kazuko Sumi. In Tokio besuchte sie dann das Musikgymnasium der Tokioter Musikhochschule. Anschließend setzte sie ihre Ausbildung an der Universität der Künste in Berlin im Fachbereich Klavier bei Prof. Erich Andreas und dem ungarisch/schweizerischen Pianist György Sebök und Tonsatz bei dem Komponist Prof. Helmut Barbe fort. Ihre musikalischen Kenntnisse vertiefte sie während des Studiums durch ihre Tätigkeit als Assistentin an der Universität der Künste im Bereich Kammermusik.
Nach erfolgreichem Abschluss des Musikstudiums erhielt sie die Zulassung zum Zusatzstudium für das Konzertexamen, welches sie mit Auszeichnung abgeschlossen hat. Sie ist Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe, u.a. erhielt sie eine Goldmedaille beim Internationalen Wettbewerbs „Maria-Canals“ in Barcelona. Sie trat mehrmals in der Philharmonie in Berlin auf. Weitere Konzerte führten sie u.a. nach Italien, Spanien, Österreich und Japan. Ihr musikalisches Spektrum reicht von Frühbarock auf Cembalo bis hin zu zeitgenössischer Komposition. Heute arbeitet sie mit vielen Komponisten zusammen und hat mehrere Stücke uraufgeführt. Zudem ist sie in eine gesuchte Kammermusik- und Liederpartnerin.
Eine Veranstaltung von mibbs e.V.