MOZART IN DER KLOSTERSCHEUNE
am Sonntag, den 26. April 2026
um 16:00 Uhr mit Naoko Fukumoto
Im Rahmen der Gesamtaufführung des Klavierwerks von Wolfgang Amadeus Mozart in der Klosterscheune Zehdenick findet das 2. Konzert am Sonntag, den 26. April 2026 um 16:00 Uhr statt. Im Mittelpunkt des Programms stehen die Sonaten KV 310 und KV 311 sowie Variuationen, Klavierstücke und frühe Stücke ausd dem “Londoner Notenbuch” In Mozarts Werk nimmt die Klaviermusik eine zentrale Stellung ein; er selbst war ein hervorragender Pianist und hat die meisten Kompositionen für den Eigengebrauch verfasst. In ihr zeigt sich die Vielfalt der Mozartschen Musik am deutlichsten und seine persönliche Entwicklung vom Wunderkind zum populärsten Komponisten der Musikgeschichte. Das Klavier hat Mozart sein ganzes Leben begleitet von seiner ersten Komposition im Alter von 3 ½ Jahren bis zu den Schack-Variationen aus dem Umkreis der „Zauberflöte“ in seinem Todesjahr 1791. Der Spiegel des Lebens im Werk ist in dieser Gattung am reinsten fokussiert. Es gibt vieles Unbekannte und Überraschende zu entdecken: die Werke der Kindheit mit ihren Experimenten, die rasante Entwicklung in den frühen Jahren, die Beschäftigung mit der Barockmusik, die hohe Kunst der Variation und die vollkommene Beherrschung der Form, die individuell und improvisierend überhöht wird: eine Hülle zur Freiheit des schöpferischen Geistes. Anders als Beethoven hat Mozart keine Formen entwickelt und „Musik mathematisch konstruiert“, seine Musik entspring dem Augenblick, der intuitiven Laune. Dies ist gerade in seinen Klavierwerken, die teilweise nach Improvisationen später aufgeschrieben wurden, noch heute deutlich. Die Arrangements zeigen den Praktiker, sich den bestehenden Verhältnissen anzupassen und die Verbreitung seiner Werke zu fördern.
Mozarts erhielt im Alter von acht Jahren sein eigenes Notenbuch. Zuvor waren seine ersten Kompositionsversuche vom Vater in Nannerls Notenbuch eingetragen worden. Die Tatsache, dass Wolfgang nun selbst schreiben konnte, veranlasste den Vater für den Sohn ein eigenes Notenbuch anzulegen, das, einem Tagebuch vergleichbar, einen privaten Bezirk des Knaben darstellte, der vor allen streng respektiert wurde. Dies zeigt auch die Tatsache, dass das Buch keine einzige Note von fremder Hand enthält. Es wurde zur eigentlichen Experimentierwerkstatt des jungen Mozart, umso mehr als die Stücke nicht zur Veröffentlichung bestimmt waren und so zeigt das Notenbuch eine Vielfalt ungewöhnlicher Formen, Harmonien und Wendungen, die die späteren Werke des großen Komponisten mit verstehen helfen. Das heute in Krakow verwahrte „Londoner Notenbuch“ hatte eine sehr ungewöhnliche Geschichte: 1830 erhielt es Felix Mendelssohn-Bartholdy als Geburtstagsgeschenk. Es blieb in Familienbesitz, geriet in Vergessenheit und ging 1908 in Besitz des Deutschen Kaisers über. Im letzten Krieg verschollen ist es heute im Besitz der Biblioteka Jagiellonska in Krakow. Die 6 Stücke des Programms sind in Form einer kleinen Suite zusammengestellt und geben einen guten Einblick in die Musizierpraxis des jungen Mozart.
Die drei Klavierstücke sind in Form einer Sonate zusammengestellt. Vor allem das erste Allegro ist ein reifer Sonatensatz aus den reifen Wiener Jahren; sowohl in Tonart als auch im Duktus sind Parallelen zur bekannten g-moll Sinfonie nicht zu verkennen. Die Gigue hat Mozart bei seinem Leipziger Aufenthalt in das Stammbuch des sächsischen Hoforganisten Karl Immanuel Engel eingetragen; sie dokumentiert Mozarts Beschäftigung mit der Barockmusik, wobei er sich hier auf die Gigue Nr. 8 in f-moll aus der Suitensammlung von 1722 von Georg Friedrich Händel bezieht. Die Sarti-Variationen, an denen Mozart „sehr viel Freude gehabt“ ist nur in einer fragmentarischen Skizze erhalten; die eigentlichen Variationen hat er improvisiert und nicht aufgezeichnet. Die Dezède-Variationen, wirkungsvoll virtuos gestaltet und die a-moll Sonate gehören zu den bedeutenden Klavierwerken des Pariser Aufenthalts 1778, wobei die Sonate schon durch die Wahl der Molltonart eine herausragende Stellung im Sonatenwerk einnimmt. Die D-Dur Sonate KV 311 gehört zu dem Zyklus von Sonaten, die exemplarisch das Bild von Mozarts Klavierstil geprägt haben.
Die Pianistin Naoko Fukumoto ist in Zehdenick durch zahlreiche Auftritte bestens bekannt. NAOKO FUKUMOTO hat ihr Klavierstudium an der Hochschule der Künste Berlin in der Klavierklasse von Prof. Georg Sava angefangen. Im Jahr 2005 legte sie ihr Konzertexamen mit Auszeichnung an der Hochschule für Musik “Hanns Eisler” Berlin ab. 2004 gewann sie den 3. Preis beim Artur Schnabel Klavierwettbewerb in Berlin, 5. Preis beim Internationalen Musikwettbewerb “Pacem in Terris” in Bayreuth und den Sonderpreis für die französische Komposition beim Internationalen Klavierwettbewerb d’Escaldes-Engordany in Andorra. Als Solistin und Kammermusikerin trat sie in Deutschland, Spanien, Japan und Korea auf, Sie ist Dozentin an der Leo – Borchard –Musikschule Berlin und tritt regelmäßig bei den „Berliner Schlosskonzerten“ auf.
Karten für diese Konzerte sind bei der Touristinfo Zehdenick, über EVENTIM, bei classictic.com und in der Klosterscheune erhältlich.